Gut zu wissen
Polarlicht-Fragen, beantwortet
Die Fragen, die uns am häufigsten zum Sehen der Nordlichter gestellt werden — und wie unsere Live-Vorhersage funktioniert. Für die tiefergehende Wissenschaft sieh dir die Polarlicht-Ratgeber an.
Wie funktioniert diese Vorhersage eigentlich?
Wir kombinieren vier Dinge in Echtzeit: den planetaren Kp-Index vom Space Weather Prediction Center der NOAA (wie weit der Polarlichtoval zu dir hin reicht), ob der Himmel an deinem Standort gerade dunkel genug ist, die aktuelle Bewölkung und wie stark ein heller Mond ein schwaches Schauspiel überstrahlen würde. Das Polarlicht kann „aktiv“ und trotzdem unsichtbar sein — weil es Tag ist, bewölkt oder mondbeschienen. Deshalb müssen alle vier zusammenpassen.
Was ist der Kp-Index?
Kp ist eine Skala von 0–9 für die globale geomagnetische Aktivität. Je höher er klettert, desto weiter von den Polen wird das Polarlicht sichtbar. Direkt unter dem Oval (Tromsø, Fairbanks) brauchst du fast nichts — Kp 0–2 in einer klaren, dunklen Nacht; um es aus mittleren Breiten zu sehen, braucht es einen Sturm mit Kp 6+.
Warum steht dort „nicht sichtbar“, obwohl das Kp hoch ist?
Zwei häufige Gründe. Im Sommer wird der Himmel in den hohen Breiten nie dunkel genug (die Mitternachtssonne), sodass selbst ein starker Sturm unsichtbar bleibt. Und dichte Wolken versperren schlicht die Sicht. Wir beziehen beides mit ein, statt nur die Weltraumwetter-Zahl anzuzeigen.
Was ist die beste Jahres- und Nachtzeit, um das Polarlicht zu sehen?
Grob von September bis März im Norden (März bis September im Süden), während der dunklen Stunden rund um die lokale Mitternacht. Du brauchst klaren Himmel und so wenig Lichtverschmutzung wie möglich — entferne dich von den Stadtlichtern und lass deine Augen 15–20 Minuten anpassen.
Brauche ich eine Tour, oder kann ich es auf eigene Faust sehen?
Unter dem Oval kannst du es oft von jedem dunklen Ort aus sehen. Aber geführte „Jagd“-Touren gibt es, weil sie dich dorthin fahren, wo der Himmel in dieser Nacht klar ist — was deine Chancen auf einer kurzen Reise deutlich erhöht. Ein Mietwagen erreicht dasselbe, wenn du dich auf winterlichen Straßen wohlfühlst.
Fängt meine Handykamera es ein?
Moderne Handys im Nachtmodus können schwaches Polarlicht einfangen, das das Auge kaum wahrnimmt. Für schärfere Ergebnisse macht eine Kamera mit manuellem Modus, einem lichtstarken Weitwinkel und einem Stativ für mehrsekündige Belichtungen einen großen Unterschied — siehe unseren Ausrüstungs-Ratgeber.